Trichomoniasis

Trichomoniasis – diese nicht ganz einfach auszusprechende Krankheit ist den meisten Menschen völlig unbekannt. Zu Unrecht, denn die Trichomoniasis zählt mit weltweit rund 170 Millionen Neuinfektionen jährlich zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Übertragungswege: Ansteckung durch Parasiten

Die Trichomoniasis ist eine Geschlechtskrankheit, die durch Geißeltierchen (Trichomonas vaginalis) übertragen wird. In Westeuropa infizieren sich circa 11 Millionen Menschen pro Jahr mit den Krankheitserregern, weltweit sind es etwa 170 Millionen. Nur Kondome schützen vor einer Ansteckung, da die Mikroben hauptsächlich durch direkten Schleimhautkontakt, das heißt durch Geschlechtsverkehr, übertragen werden. Ob eine Ansteckung auf anderen Wegen möglich ist, etwa in Schwimmbädern, in der Sauna, über feuchte Toilettensitze oder durch gemeinsam benutzte Handtücher, ist nicht erwiesen, da die Keime außerhalb des Körpers nur kurzfristig überleben können.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Trichomonas-Mikroben befallen vor allem die Vagina (bei Frauen) beziehungsweise die Harnröhre (bei Männern). Die ersten Symptome treten in der Regel vier Tage bis drei Wochen nach einer Ansteckung auf. Bei Frauen können die Parasiten Juckreiz, Rötungen, dünnflüssigen, weiß-grünlichen und unangenehm riechenden Ausfluss sowie Brennen beim Wasserlassen verursachen. Mögliche Symptome bei Männern sind Entzündungen der Blase, Eichel, Harnröhre und Prostata, die ein leichtes Brennen beim Urinieren oder beim Geschlechtsverkehr zur Folge haben können. Bei den meisten Männern und mehr als einem Viertel der Frauen verursachen die Krankheitserreger allerdings keine Beschwerden und bleiben oft lange Zeit unentdeckt.

Diagnose und Therapie

Treten Symptome auf, sollten Betroffene einen Gynäkologen beziehungsweise Urologen aufsuchen. Die Infektion wird mittels Abstrich aus der Vagina beziehungsweise der Harnröhre festgestellt und mit Antibiotika (Wirkstoff Metronidazol) behandelt, die innerhalb weniger Tage sämtliche Parasiten abtöten. Um eine gegenseitige neuerliche Ansteckung zu vermeiden, sollten die Sexualpartner der Erkrankten ebenfalls therapiert werden. Auf die leichte Schulter sollte man eine Infektion trotz guter Behandlungsmöglichkeiten nicht nehmen. Bei Frauen erhöht sich die Infizierbarkeit mit HIV, wovon wiederum auch Männer betroffen sind. Bei infizierten Schwangeren treten häufiger Komplikationen auf, insbesondere vorzeitige Wehen und vorzeitiger Blasensprung. Außerdem steigt das Risiko von Frühgeburten.