Das kleinere Übel – die Geschlechtskrankheit Herpes genitalis

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Geschlechtskrankheiten, von denen aber nicht alle gleichermaßen gefährlich sind. Zu den zwar nicht Tödlichen, aber Störenden gehört Herpes genitalis.

Das klinische Bild und die Ursache von Herpes genitalis

Lippenherpes kennen Viele, den speziell den Genitalbereich befallenden Herpes genitalis dagegen die Wenigsten, obwohl dieser mit einer Prävalenz (Verbreitung) von etwa zehn bis 20% verhältnismäßig weit verbreitet ist. Analog zum Lippenherpes entstehen als Symptome (Beschwerden) kleine, gefüllte Bläschen, die aufplatzen und juckende, brennende Geschwüre hinterlassen. Die Spontanheilung, damit bezeichnen Mediziner die Rückbildung der Symptome ohne medizinische Behandlung, tritt in der Regel nach drei Wochen ein, indem die Geschwüre gänzlich verschwinden. Verantwortlich für die Geschlechtskrankheit Herpes genitalis sind Herpes simplex Viren, von denen es zwei Typen gibt. Während der Typ-1 eher Lippenherpes verursacht, ist für etwa 80 Prozent aller Herpes genitalis Fälle der Typ-2 verantwortlich. Als Geschlechtskrankheit erfolgt die Ansteckung über Schmierinfektion, also der direkte Kontakt mit der Haut von bereits Infizierten. Dabei muss der Infizierte nicht zwingend Symptome haben; eine Übertragung findet selbst dann statt, wenn der bereits Infizierte keine sichtbaren Symptome hat.

Wie man Herpes genitalis behandelt

Herpes genitalis ist nicht heilbar, allerdings ist man nicht lebenslang mit Beschwerden konfrontiert. Das menschliche Immunsystem erkennt die Viren und bekämpft diese. Bevor sie restlos vernichtet werden, verschwindet ein kleiner Teil der Viren in den Nervenwurzeln des Menschen, wo sie vor dem Immunsystem geschützt sind. Dort verweilen sie so lange, bis das Immunsystem wieder geschwächt ist, um wieder aufzutreten und dieselben Beschwerden hervorzurufen. Mithin wechseln sich akute Beschwerdezeiten mit beschwerdelosen Zeiten ab. Da Herpes genitalis nicht heilbar ist, beschränkt sich die Medizin auf die Bekämpfung der akuten Beschwerdezeiten. Normalerweise genügt es, mit zinkhaltigen Salben die Bläschen auszutrocknen, um so den natürlichen Heilungsprozess zu beschleunigen. Bei Betroffenen mit mehr als sechs Mal jährlich akuten Beschwerdezeiten kommen Virusstatika infrage. Hierbei handelt es sich um Medikamente, die die Verbreitung der Herpes genitalis Viren hemmen, also einen Teil der Arbeit des Immunsystems übernimmen.